Skandinavien: wir sind zurück!

ganz viel Hygge, Fika & Blåbär

Endlich wieder HEJ!

Es ist ein bischen Zeit vergangen seit dem letzten Newsletter und es ist einiges passsiert. Für uns ging es weiter nach Aalborg. Da wir letztes Jahr von Aarhus so begeistert waren, sind die Erwartungen groß - und wir werden nicht enttäuscht.

Wir starten beim Utzon Museum des gleichnamigen Architekten, der auch das Opera House in Sydney entworfen hat. Das Zentrum dient zudem als Treffpunkt für Architekturstudenten, an dem Ideen für die Zukunft entstehen sollen. Für jeden gibt es hier etwas zu entdecken, unter anderem auch einen Raum zum Lego bauen - größer als im Legoland selbst - von dem und den Bauten wir sehr fasziniert sind!

Hier direkt an der Uferpromenade stehen verschiedene moderne Bauten, direkt daneben dieser Bösewichts-Bunker, der sich als Konzertsaal entpuppt. Der Himmel tut sein übriges für die richtige Stimmung.

Auf dem Weg ins Zentrum geht’s an haushoher Straßenkunst vorbei und es gibt sogar eine Karte, wo die etlichen Graffitis in der Stadt verteilt sind. Hier haben sich international bekannte Street Art Künstler verewigt. Außerdem laufen wir durch den Park der Musik, an dem vor jedem Baum ein Lautsprecher befestigt ist, die unterschiedlichste Songs wiedergeben. Bei Eros Ramazotti halten sich die Nachbarn hoffentlich kurz die Ohren zu.

Weiter geht’s auf der bunten Reise in ein Künstlerkollektiv, in dem verschiedene Künstler ihre Werke präsentieren. Mit dem schönen, dazugehörigen Café ist es ein toller Ort der Begegnung und der Kreativität.

Von einer Künstlerin entdecken wir später in der Stadt sogar noch dieses beeindruckende Graffiti.

Auch kulinarisch werden wir in einem japanisch-schwedischen Café, von liebevoll kreierten Smørrebrød inspiriert. Am nächsten Tag statten wir dem frei zugänglichen Meerwasser-Freibad noch einen Besuch ab, das einem kleinen Freizeitpark gleicht. Wir kommen gerne wieder!

Hier könnt ihr sehen, wo wir uns gerade befinden und euch noch mehr Fotos anschauen: Find Penguins Routenverfolgung

Unser Weg führt uns weiter nach Aarhus, wo wir der Dachterrasse der anderen Art auf dem Salling Kaufhaus einen Besuch abstatten. Von dem bekannten Architekten Henning Larsen entworfen, erwartet den Besucher eine tolle Aussicht, zwischen Zen Garten und Konzertbühne. Wir haben Glück und es findet gerade eine Reihe an Jazz-Konzerten statt, zu denen man sich unter der Sonne dazugesellen kann. Drinnen erwartet mich das nächste Strick- und Wollparadies und ich habe ein paar neue Inspos im Gepäck.

Abends gehen wir zum “Domen”, einer gläsernen Kuppel, in der verschiedene Kulturveranstaltungen stattfinden. Von dort hat man eine tolle Rundumsicht aufs Meer und das neue Stadtviertel Aarhus Ø - Aarhus Ost, wo der ehemalige Containerhafen in ein lebendiges Stadtviertel verwandelt wurde und in stetiger Entwicklung ist. Auf den ersten Blick sieht es nicht unbedingt schön aus mit den ganzen Kränen und Betonbauten - aber bei näherem Hinsehen ist auf jeden Fall der Inbegriff von urbaner Architektur und moderner Stadtentwicklung.

Wir sehen es uns am nächsten Tag genauer an und genießen erstmal den Luxus eines frei zugänglichen Hafenschwimmbads mit Duschen, neben einer Wakeboard-Anlage - was sonst? Auf 800.000 m² wurde eine Mischung aus Wohn- und Gewerbegebiet geschaffen und es wohnen ca. 12.000 Einwohner hier. Viel Grün gibt es hier nicht, dafür innovativ gestaltete Räume des Zusammenkommens zwischen den Hochhäusern in allen Formen.

Hier würden wir auch gerne noch länger bleiben, nur ist der städtische Wohnmobilplatz auf 24 Stunden beschränkt, woran wir uns nach dänischem Vorbild halten. So hat auch jeder etwas davon. Auf gegenseitige Rücksichtnahme wird hier viel gehalten - so funktionieren wohl auch die vielen, freien Angebote für jedermann.

Wir fahren weiter auf die Halbinsel Fyn, wo wir nochmal unsere 5 großen und kleinen Schlierseer Freunde auf einem kleinen Campingplatz am Meer treffen, auf dem sie 2 Wochen lang mithelfen. Hier wird großen Wert auf Nachhaltigkeit gesetzt und wir ernten am ersten Abend erstmal Kartoffeln vom großen Gemüsefeld, um das Abendessen für alle vorzubereiten. Es gibt Hühner und Ziegen, einen Kräuter- und Beerengarten, in dem sich jeder bedienen kann und eine Kunstwerkstatt, in der der Besitzer seine selbstgemachte Keramik verkauft. Außerdem mehrere, Gästehäuschen aus reinen Naturmaterialien und Eigenarbeit. Weitere Inspirationen sind aufgesaugt und abgespeichert!

Wir baden, spielen Schach, Kniffel, Fußball, Versteinern und fischen Krabben - DAS Spiel für dänische Kinder (sie werden mit Wäscheklammer und Schinken gefangen und wieder freigelassen). Das haben wir schon so oft beobachtet und jetzt das erste Mal auch ausprobiert. Mir tun die Krabben natürlich eher Leid…

Für uns geht es nach 3 schönen Tagen weiter auf die größte dänische Ostseeinsel Sjælland und wir besuchen das Louisiana Museum für moderne Kunst. Der Außenbereich und die Landschaftsgestaltung mit etlichen Skulpturen versprüht eine mystische Abendatmosphäre und einen unverwechselbaren Meerblick.

Besonders faszinieren uns die Kohlezeichnungen von Robert Longo, die man kaum von einem Foto unterscheiden kann. Wir haben uns für einen Spätabend Besuch entschieden und sind um 22 Uhr unter den letzten Besuchern, wer hätte es gedacht…

Danach stürzen wir uns ins Kopenhagener Getümmel. Mit dabei - unsere 2 neuen, blauen Buddies in Form von Klapprädern - sieht lustig aus, ist aber super praktisch! Denn die beste Fahrradstadt der Welt wollen wir natürlich auch so erkunden.

Wir schlemmen weitere Smørrebrød in der Markthalle und besuchen die Müllverbrennungsanlage “CopenHill”, welche gleichzeitig ein futuristischer Ski- und Freizeithügel ist. Skigefahren wird auf speziellem Kunstbelag und uns begegnen einige Freerider und Jogger.

Wir lassen und auch keine Waffel in Nyhavn entgehen und zum Abschluss des Tages läuft mir meine Reinkarnation eines Kuscheltiers über den Weg… Mittlerweile fahren mit uns aber dank Flo’s Tante Petra schon 2 laufende Kuscheltiere mit, daher muss dieses Exemplar hierbleiben.

Dass hier an fast jeder Ecke skandinavisches Design und urbane Architektur zu bestaunen gibt, ist nichts Neues - aber fasziniert einen trotzdem immer wieder! Den folgenden Blick hat man aus der königlichen Bibliothek, welcher moderne Anbau “der schwarze Diamant” genannt wird. Der alte Teil der Bibliothek ist nach wie vor vorhanden und kann teilweise besichtigt werden.

Wir erklimmen abends noch die Öresundbrücke nach Schweden und es weht vertrauter Geruch herüber. Als Nächstes steuern wir einen Hof an, auf dem mitten auf dem Land eine kleine Pizzeria eröffnet hat. Wie wir erfahren arbeiten hier 2 sizilianische Pizzabäcker und der Andrang nach guter Pizza ist groß! Gut zu wissen, dass die Schweden dafür anscheinend überall hinkommen…

Wir machen einen Stopp in Helsingborg und besuchen ein Zeichenmuseum in der kleinen Stadt Laholm. Es gibt auch einen Bereich, wo sowohl Kinder als auch Erwachsene mit etlichen Utensilien selber kreativ werden können.

Weiter geht’s nach Göteborg, wo wir tatsächlich mit der Erwartung hinfahren, dass wir hier noch nicht gewesen sind. Als wir durch die Stadt laufen, beschleicht uns ein bekanntes Gefühl und wir merken, dass wir auf unserem Dachzelt Roadtrip vor 2 Jahren doch schon hier gewesen sind… Gut, dass wir jetzt Aufzeichnungen haben, sonst kann man da schon mal was durcheinander bringen. Wir entdecken ein tolles Palmenhaus mit einer unglaublichen Vielfalt an exotischen Pflanzen und verköstigen uns lecker in einem Bistro im alten Viertel Haga.

Danach geht es an den Vättern - Schwedens zweitgrößten See. Dort wollen wir eigentlich nur eine der vielen Gårdbutiken (Hofcafés) für eine Fika besuchen und landen bei einem modernen Apfelanbau Großunternehmen inklusive Farm Café, Laden, in dem man wirklich alles kaufen kann und Eventlocation. Die Geschäftstüchtigkeit hier ist immer wieder faszinierend.

Wir begeben uns auf bekannte Wege, denn es ist auch mal wieder schön, zu wissen, wohin man fährt und Orte (bewusst) erneut zu besuchen. Daher fahren wir zum Freilichtmuseum in Linköping, wo wir erneut in das beste Waffel-Café gehen und eine Runde Wikinger-Schach spielen.

In Norrköping besuchen wir zuerst das Stadtmuseum über die textile Tradition der Stadt und eine aktuelle Schweine-Fotoausstellung und genießen unsere Fika in einem Café mit Katzen-Motto.

Weiter geht’s Richtung Stockholm zu einem Event der außergewöhnlichen Art. Es hat was mit Motoren zu tun… Aber nach dem Driftevent in Norwegen und den Ausführungen zu Pagani, schockt euch wahrscheinlich nichts mehr. Es geht um Drag Racing, wobei es “nur” darum geht, innerhalb einer Viertelmeile so schnell wie möglich zu beschleunigen. Wir sind gut mit Oropax ausgerüstet, denn es liegt eine gewisse Lautstärke in der Luft, wenn die Fahrzeuge auf der Strecke mit 3.000 und bis zu 15.000 PS starten. Dies funktioniert natürlich nur mit extrem hochgezüchteten Motoren, die mehrheitlich auf Ethanol oder Methanol laufen und Fallschirmen zur Bremsung…
Die Gewalt, mit der die Dragster starten ist wirklich unbeschreiblich und hier wird Sound im wahrsten Sinne des Wortes spürbar. Wer auch nur einen Tropfen Benzin im Blut hat, sollte sich das Erlebnis eines startenden Top-Fuel Dragsters auf keinen Fall entgehen lassen!

Einiges an Wohnmobil Inspiration gibt es hier auch zu sehen. Gefährlich wird es immer, wenn Finnen zu gegen sind - das sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Ein paar andere Autos gibt es auch zu gucken - der würde mir schon gefallen!

Wir fahren die Ostküste entlang und verbringen einige Zeit um Sundsvall herum, um die Gegend genauer zu erkunden, die uns letztes Jahr schon gut gefallen hat. Wir erkunden schöne Wald-Plätze, sammeln (viele!) Blaubeeren, liegen am Strand, Flo probiert seine erste Angelausrüstung aus und wir genießen den Spätsommer an der Küste.

Sundsvall hat ihren Beinamen “die Steinstadt” bekommen, weil die damaligen Holzhäuser durch mehrere Brände und dem schlimmsten 1888, fast vollständig zerstört wurden, und sie daraufhin aus Stein wieder aufgebaut wurden. Wie wir im Stadtmuseum lernen, war dies nur möglich, da die Stadt durch den florierenden Schiffsbau die nötigen Mittel dazu hatte. Der Stil der Häuser ist auf jeden Fall ganz anderes, als man es in den meisten schwedischen Städten sieht.

Wir besuchen die hiesige Trabrennbahn, auf der ein Pony-Rennen stattfindet. Faszinierend wie schnell sie ihre Beinchen heben können! Ich setze sogar richtig auf einen der Gewinner - nur leider haben wir keine Wette platziert. Zum großen Rennen Ende des Monats werden wir auch hier sein und uns die Pferde in Aktion ansehen. Das große Sportereignis wird überall schon groß angepriesen.

Aktuell sind wir etwas weiter nördlich im Küstengebiet Höga Kusten - der hohen Küste unterwegs und durchstreifen die Nationalparks. Hier läuft ein 140km langer Wanderweg entlang, der von vielen Wanderern genutzt wird. Es gibt immer mal wieder ausgewiesene Zeltplätze mit Schutzhütten und Feuerplätzen, die hier sehr gut genutzt werden. Es ist wahnsinnig schön hier zu wandern! Die Berge sind zwar nicht sehr hoch, aber durch die Steilküste nutzt man Tiefenmeter, die man dann wieder hinaufgehen kann. Für Bergverwöhnte wie uns freuen sich die Waden auch mal wieder auf ein bisschen anspruchsvolleres Gelände!

Dieser Blick erwartet einen dann oben… Und nein, ich habe keinen neuen Reisebegleiter - da ist nur jemand ganz schön unters Messer gekommen…

Ach ja, zwischendurch regnet es hier auch mal, aber das schwedische Wetter zeigt sich zum dritten Jahr in Folge von seiner sehr guten Seite!

Ich muss los, die Blåbär rufen…

Wir freuen uns von euch zu hören und wie ihr den Spätsommer verbringt!

Vi ses snart - Bis bald!

Eure Louisa & Florian

Hier könnt ihr weiterhin unsere Route verfolgen und euch noch mehr Fotos anschauen: Find Penguins Routenverfolgung

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